Nachhaltige Finanzprodukte

Investitionen mit Weitblick:

Die nachhaltigen Finanzierungsprodukte der DZ BANK

Bankwerte

Mit unseren nachhaltigen Finanzierungsprodukten investieren wir unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und ethischer Kriterien und fördern damit gezielt eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft und einen verantwortungsvollen Umgang mit begrenzten Ressourcen.

Förderkredite

Sowohl für Privatkunden als auch für Unternehmen werden beispielsweise Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz immer wichtiger. Ein weiterer Fokus liegt auf Maßnahmen, die den demografischen Wandel begleiten. Dazu zählen unter anderem soziale Programme, die den altersgerechten Umbau von Wohnungen und Gebäuden fördern. Mit der Vermittlung von zinsgünstigen öffentlichen Finanzierungshilfen unterstützt die DZ BANK eine unter ökologisch und sozialen Gesichtspunkten nachhaltige Entwicklung. Dies betrifft vor allem Förderkredite in den Bereichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Im Jahr 2018 lag das Förderkreditgeschäft der DZ BANK bei 9,0 Mrd. Euro und damit unter dem Vorjahresniveau von 11,1 Mrd. Euro, was in erster Linie auf die nachlassende Nachfrage nach öffentlichen Finanzierungen im Mittelstand zurückzuführen ist. Durch die langanhaltende Niedrigzinsphase haben öffentliche Fördermittel an Attraktivität verloren. Bei KfW-Förderkrediten erzielte die DZ BANK zusammen mit den Genossenschaftsbanken ein Neugeschäftsvolumen in Höhe von 6,3 Mrd. Euro. Mit einem Anteil von 20,5 Prozent am Gesamtkreditvolumen der KfW war die DZ BANK erneut größter Einzelkunde des Förderinstituts. Nach Volumen bei der KfW besitzt die DZ BANK einen Marktanteil von 23,3 Prozent im gewerblichen Umweltbereich und von 25,9 Prozent im Privatkundengeschäft.

Projektfinanzierung

Im Jahr 2013 hat die DZ BANK die von internationalen Projektfinanzierungsinstituten formulierten Äquator-Prinzipien („Equator Principles“) offiziell anerkannt und sich freiwillig verpflichtet in der Projektfinanzierung Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen. Dabei dokumentieren wir auch nach außen die seit Jahren bestehende Praxis, bei der Projektfinanzierung nachhaltigkeitsrelevante Standards zu berücksichtigen. Zugleich erfüllt die DZ BANK auf diese Weise insbesondere im Bereich der großvolumigen Projektfinanzierung die Anforderungen einer vorausschauenden Risikovorsorge.

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien

Die Finanzierung erneuerbarer Energien in Deutschland steht im Fokus unserer Projektfinanzierung. In den Bereichen Wind, Fotovoltaik und Biogas / Biomasse erreichte das Volumen der von der DZ BANK zugesagten Kreditlimite für Projektfinanzierungen im Jahr 2018 insgesamt 4,5 Mrd. Euro. Wichtigster regenerativer Energieträger bleibt nach wie vor die Windkraft.

Public Private Partnership

Public Private Partnership

Partnerschaften zwischen der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft, sogenannte öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP), haben sich in den vergangenen Jahren zu einem erfolgreichen Beschaffungsmodell für wichtige Vorhaben der Daseinsvorsorge in Europa entwickelt. Die DZ BANK arbeitet hier regelmäßig mit Partnern aus der Genossenschaftlichen FinanzGruppe zusammen, um beispielsweise den Bau und Betrieb von Straßen/Verkehrswegen, Schulen, Krankenhäusern oder Verwaltungsgebäuden zu ermöglichen.

Nachhaltige Anlageprodukte

Die DZ BANK hat Ende September 2018 ihren ersten eigenen Green Bond am Markt platziert. Die Emission hat ein Volumen von 250 Millionen Euro. Die Ausgestaltung der Anleihe entspricht den „Green Bond Principles“ der International Capital Markets Association (ICMA) und wurde im Rahmen einer „Green Evaluation“ von den Nachhaltigkeitsexperten der Ratingagentur Standard & Poor’s Global Ratings (S&P) mit dem höchsten Overall Score „E1“ bewertetet. Die Verwendung des eingesammelten Kapitals referenziert auf die Finanzierung von Windkraftprojekten auf dem deutschen Festland ("onshore“). Der mit dem Green Bond verknüpfte Pool an Finanzierungen umfasst insgesamt 60 Projekte, mit denen pro Jahr klimaschädliche CO2-Emissionen im Umfang von rund 790.000 Tonnen eingespart werden.

 

Weitere Informationen finden Sie auch im Green Bond Framework, Green Bond Investor Report und der S&P Green Evaluation.

 

Die DZ BANK ist seit 2013 im Marktsegment für Sustainable Bonds tätig und gehört zu den führenden europäischen Konsortialbanken in diesem Segment. Im Jahr 2018 hat die DZ BANK grüne, soziale und nachhaltige Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 7 Mrd. Euro als Federführer begleitet. Den Schwerpunkt der Emissionstätigkeit bildeten Investitionsvorhaben in den Bereichen erneuerbare Energien und Klimaschutz.

Die Finanzwirtschaft befindet sich in einer Schlüsselrolle als Finanzierer und Katalysator für eine „grünere“ Wirtschaft

Wolfgang Köhler, Kapitalmarktvorstand der DZ BANK

Keine Produkte mit Agrarrohstoffen

Die gesamte DZ BANK Gruppe bietet seit dem Frühjahr 2013 keine Anlageprodukte mit Agrarrohstoffen mehr an. Als ein Haus mit einer langen Tradition in der Betreuung der Agrarwirtschaft unterstützt die DZ BANK ihre Firmenkunden jedoch nach wie vor mit standardisierten Produkten bei der Preisab­sicherung.

„Nachhaltigkeit wird immer bunter und vielfältiger“

Die Industrie muss sich transformieren und zeigen, dass sie bereit ist, sich nachhaltiger aufzustellen. Im Zuge dessen wächst das Interesse an nachhaltigen Finanzierungen. Und die beschränken sich nicht mehr nur auf Green Bonds.

 

Marcus Pratsch, Head of Sustainable Bonds & Finance im Bereich Kapitalmärkte Institutionelle Kunden, ist mehr als zehn Werktage im Monat unterwegs, um mit Kunden über Sustainable Finance zu sprechen, also die Finanzierung von sozialverantwortlichen, umweltfreundlichen oder gänzlich auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Projekten. Der Beratungsbedarf ist groß, denn Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Kaum ein Emittent kann es sich noch leisten, sich nicht damit zu beschäftigen.

Für Banken eröffnet sich damit ein neues Geschäftsfeld. Die DZ BANK zählt im Bereich der Nachhaltigkeitsanleihen zu den führenden deutschen Finanzdienstleistern. Seit vielen Jahren schon begleitet sie dank ihrer umfangreichen Expertise auf diesem Gebiet internationale Emittenten. 2018 war sie weltweit auf Platz sieben der Top 10 Lead Manager im Social-Bond-Markt und auf Platz neun der Bookrunner im EUR-Sustainable-Bond-Markt (nach Emissionsvolumen). Im September 2018 debütierte die Bank mit ihrem ersten eigenen Green Bond. Doch die DZ BANK richtet ihr Augenmerk nicht nur auf Europa. So war sie beispielsweise Anfang 2019 Teil des Bankenkonsortiums, das einen Green Bond der Westpac New Zealand an den Markt gebracht hat.

Noch ist der Markt vergleichsweise klein, die Nachfrage von Investoren weitaus größer als die Angebote von Emittenten. „In diesem Jahr wird das Volumen von Sustainable Bonds vermutlich 300 Milliarden US-Dollar überschreiten“, schätzt Pratsch, „in zwei bis drei Jahren vermutlich erstmals die 1-Billion-Marke.“ Zum Vergleich: Der globale Anleihemarkt hat ein Volumen von mehr als 100 Billionen US-Dollar.


Aus Grün wird Bunt
Pratsch muss darum bei seinen Kunden noch viel Aufklärungsarbeit leisten. Das beginnt bei der Unterscheidung zwischen Green, Social, ESG- (Umwelt, Soziales, gute Unternehmensführung) oder SDG-Bonds. Letztere orientieren sich direkt an den Sustainable Development Goals der UN. „Nachhaltigkeit bedeutet mittlerweile weit mehr als Green Bonds, Nachhaltigkeit wird immer bunter und vielfältiger“, sagt Pratsch. Das bedeutet, dass auch das Projektspektrum, in das investiert werden darf, breiter wird. „Neben erneuerbaren Energien ist zum Beispiel Bildung ein großes Thema, Inklusion, Ernährung, die Errichtung sowie Renovierung von Schulen und Krankenhäusern, der öffentliche Transport“, zählt Pratsch auf.


Die Identifizierung solcher nachhaltigen Projekte ist einer der ersten Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Emission. Denn die Projekte muss der Emittent transparent in einem „Framework“, einem passenden Rahmenwerk, veröffentlichen. „Wichtig ist, dass hinter der Emission eine glaubwürdige Story steht, die zu der Unternehmensstrategie passt“, erklärt der Finanzierungsexperte. Nachhaltigkeit dürfe nicht als Marketinginstrument oder zur Imageförderung eingesetzt werden. „Im Moment ist die gesellschaftliche Diskussion zum Thema Nachhaltigkeit groß, darum beschäftigen sich Unternehmen damit. Doch sie wollen natürlich auch einen Mehrwert für sich daraus ziehen.“
Als Beispiel für einen gelungenen Green Bond nennt Pratsch die Emission der NRW-Bank im September dieses Jahres, an der auch die DZ BANK mitgewirkt hat. „Das war eine sehr gut strukturierte Anleihe. Der Fokus lag gemäß dem Förderauftrag der Bank auf dem Land Nordrhein-Westfalen und zwei Themen, die für das Land wichtig sind: nämlich die Anpassung an den Klimawandel und die Abschwächung des Klimawandels. Ein unabhängiges Institut wird die Projekte, die mit der Finanzierung unterstützt werden sollen, überprüfen und transparent machen, wie viel CO2 mit dem Green Bond pro Jahr und während der Gesamtlaufzeit eingespart wird.“ Noch gibt es in Deutschland in der Regel keine Preisvorteile für nachhaltige Finanzierungen.